Shou-Sugi-Ban-Stile: Oberflächen, Texturen und Farben

Ein Shou-Sugi-Ban-Stil entsteht aus dem Zusammenspiel von Holzart, Oberfläche, Textur und Beschichtung. Diese Entscheidungen legen fest, wie viel Maserung sichtbar bleibt, wie sich die Fläche anfühlt, wie sie auf Berührung reagiert und wie sich ihre Farbe im Freien verändert. Das traditionelle verkohlte Brett selbst behandelt Yakiita.

Dunkel verkohlte Fassadenbekleidung beim Projekt Juraspot

Woraus setzt sich ein Shou-Sugi-Ban-Stil zusammen?

Die Wahl von Holz und modifiziertem Holz

Fichte, Lärche und Thermo Pinus Radiata unterscheiden sich in Maserung, Dichte, Ästigkeit, Harzgehalt und Grundton. Accoya® ist acetyliertes Holz, überwiegend aus Pinus radiata, und damit ein modifiziertes Holzprodukt und keine eigene Holzart. Wegen dieser Unterschiede führt derselbe Verkohlungs- und Beschichtungsprozess bei jedem Produkt zu einem anderen optischen Ergebnis.

Die Oberflächenbehandlung

Holzart, Bürstung und Oberflächenbehandlung bestimmen das endgültige Erscheinungsbild. Deep Char hat eine stark texturierte schwarze Oberfläche; gebürstete Produkte zeigen mehr Maserung und mehr von der darunterliegenden Holzfarbe. Den vollständigen Überblick gibt unser Leitfaden zum Produktionsprozess.

Der Grad der Bürstung

Die Bürstung entfernt die Kohleschicht und öffnet die darunterliegende Maserung. Leichtes Bürsten ergibt die Oberfläche von Dark Natural. Stärkeres Bürsten geht weiter, bis zur Oberfläche von Natural.

Beschichtung und Farbe

Öle, lasierende Beschichtungen und pigmentierte Oberflächenbehandlungen vertiefen, mildern oder verändern den Ausgangston. Die Oberflächenbehandlung bestimmt außerdem den Glanzgrad, bindet lose Rückstände und prägt die spätere Pflege. Schreiben Sie sie als Teil des Produkts aus, nicht als nachträglichen Zusatz.

Deep Char und texturierte Oberflächen

Deep Char ist die bekannteste geschwärzte Oberfläche. Je nach Holzart und Produktionscharge zeigt sie eine rissige, schuppige oder krokodilhautartige Textur.

Produktoberfläche aus Accoya® in Deep Char von Degmeda

Wo es optisch wirkt

An modernen Fassaden, Akzentwänden und architektonischen Details wirft Deep Char kräftige Schatten und erzeugt Tiefe. Große, ungeteilte Flächen zeigen die Textur am besten.

Berührung und Pflege

Deep Char gehört auf Flächen, die man ansieht, nicht auf Flächen, die man anfasst. An Fassaden und Akzentwänden liefert es starke Farbe und starkes Relief. Reibung, Stoß und stark frequentierte Bereiche beschädigen es.

Gebürstetes verkohltes Holz

Die Bürstung entfernt die Kohleschicht und legt die Maserung darunter frei. Das anschließend aufgetragene Öl entscheidet über die endgültige Farbe, von kräftigem Schwarz-Braun-Kontrast bis zu helleren Bernstein- und Grautönen.

Light Grey gebürstete verkohlte Fichte, Produktoberfläche von Degmeda

Maserung und natürliche Streuung

Gebürstete Oberflächen machen Äste, Harz und Jahresringe deutlicher sichtbar. Das ergibt eine lebendige, natürliche Fassade – und bedeutet zugleich, dass Farbe und Zeichnung von Brett zu Brett variieren. Fordern Sie einen Mustersatz an, der die volle Bandbreite zeigt, statt eines einzelnen repräsentativen Bretts. Woher dieses Erscheinungsbild kommt, erklärt Wie der verbrannte Look entsteht.

Handhabung und stark berührte Bereiche

Eine gebürstete Oberfläche ist glatter als Deep Char. Für Wandbekleidungen im Innenraum, für Eingänge und überall dort, wo Menschen vorbeistreifen, brauchen Sie eine Oberflächenbehandlung, die weder Kleidung markiert noch Rückstände abgibt.

Glatte, beschichtete und pigmentierte Stile

Stärkeres Bürsten mit einer verträglichen Beschichtung ergibt eine glattere architektonische Fläche, auf der die Maserung sichtbar bleibt. Pigment bringt Schwarz, Braun, Bernstein, Grau oder andere kontrollierte Töne hinzu.

Light Grey gebürstete und beschichtete verkohlte Fichte als Fassadenbekleidung bei einem Degmeda-Projekt in Palanga

Auch eine beschichtete Oberfläche verändert sich. Sonne, Regen, Schadstoffe und Berührung wirken auf Pigment, Glanzgrad und Haftung. Dunkle und helle Oberflächen verwittern unterschiedlich, und geschützte Fassadenbereiche halten ihre Farbe länger als bewitterte.

Stile an einem Gebäude kombinieren

Sie können Oberflächenbehandlungen, Holzarten oder Verlegerichtungen kombinieren, sollten die Anschlüsse dann aber bewusst planen. Wer Profile oder Brettrichtungen mischt, ändert nicht nur das Bild, sondern auch Entwässerung, Hinterlüftung und Befestigungsanforderungen.

Produktoberfläche aus Lärche in Deep Char von Degmeda

Prüfen Sie Farbe, Textur, Fugenbild, Ecken und Übergänge an einer Musterfläche. Klären Sie dabei, wie jede Oberflächenausführung altert und ob Unterschiede zwischen geschützten und bewitterten Abschnitten akzeptabel sind.

Wie die einzelnen Stile im Freien altern

Sonnenlicht

UV-Strahlung kann Pigmente ausbleichen, Kontraste mildern und den Grundton des Holzes verändern. Fassadenseiten mit unterschiedlicher Ausrichtung altern unterschiedlich schnell.

Regen und bauliche Verschattung

Regen wäscht texturierte Oberflächen aus und trägt Beschichtungen ab, während Dachüberstände, Laibungen und zurückgesetzte Bereiche geschützt bleiben. So entstehen sichtbare Alterungszonen auf ein und derselben Fassade.

Mechanischer Verschleiß

Überhängende Zweige, Möbel, Wartungsgeräte und alltägliche Berührung polieren, markieren oder beschädigen verkohlte Oberflächen. Deep Char und gebürstete, beschichtete Produkte reagieren unterschiedlich; stimmen Sie die Oberflächenausführung auf die erwartete Berührung ab.

Reinigung und Pflege

Kontrollieren Sie die Fassade regelmäßig und nach schwerem Wetter. Achten Sie auf loses Oberflächenmaterial, Beschichtungsverschleiß, beschädigte Bretter, offene Fugen, Hirnholzenden und Befestigungen. Für die laufende Reinigung genügen Wasser und ein weiches Tuch oder eine weiche Bürste; verzichten Sie auf scharfe Chemie.

Braucht eine geölte Oberfläche eine Auffrischung, verwenden Sie ein verträgliches Produkt aus demselben Beschichtungssystem. Tragen Sie eine dünne Schicht in Faserrichtung auf und nehmen Sie überschüssiges Öl ab. Hochdruckreinigung kann Kohleschicht, Beschichtung oder Holzfasern beschädigen und kommt nur mit größter Vorsicht und nach einem Test an unauffälliger Stelle infrage. Ein Intervall für die Nachbehandlung gibt es nicht: Ölen Sie nach, wenn die Bretter es brauchen oder wenn Sie die Farbe zurückhaben möchten. Weiter geht es in unseren Leitfäden zur Fassadenreinigung und zur Ölpflege.

Leistungsanforderungen gesondert ausschreiben

Das Verkohlen verbessert die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchte, Bewitterung, Fäulnis und Insekten. Holz bleibt brennbar und reagiert weiterhin auf Feuchte. Eine Klassifizierung des Brandverhaltens gilt für ein konkret geprüftes Produkt, nicht für verkohltes Holz im Allgemeinen. Wo ein Projekt eine braucht, verwenden Sie ein Degmeda-Produkt mit aktueller Klassifizierungsdokumentation und prüfen Sie, ob das Gebäude zusätzlich einen Nachweis für die gesamte Fassadenkonstruktion verlangt.

Holzart, Dicke, Profil, Brandschutzbehandlung, Beschichtung, Hinterlüftungsebene, Membran, Dämmung, Befestigungsmittel und Montagebedingungen wirken alle auf das Ergebnis.

So wählen Sie einen Degmeda-Stil

Beginnen Sie beim vorgesehenen Einsatz, bei Bewitterung, Berührungsgrad und gewünschter Alterung. Geben Sie danach physische Muster frei, die aus der gewählten Holzart, dem Profil, der Oberflächenbehandlung und der Beschichtung gefertigt sind. Bei größeren Projekten prüfen Sie eine mehrbrettrige Musterfläche bei Tageslicht.

Halten Sie die vollständige schriftliche Ausschreibung fest: Holzart, Sortierung, Maße, Profil, Ausrichtung, Oberflächenbehandlung, Farbe, Glanzgrad, Hirnholzbehandlung, Befestigungsmittel, Unterkonstruktion, Hinterlüftungsebene und Pflegehinweise. Fragen Sie uns vor der Bestellung nach der aktuellen Verfügbarkeit.

Die Farbfamilien vergleichen Sie in Die schönen Farben von Shou-Sugi-Ban-Holz; zur Produktwahl für die Fassade geht es weiter zur Fassadenbekleidung aus Shou Sugi Ban.